Tragik der Allmende
Damals waren alle Gewässer voller Fische und Früchte, von denen wir uns
ernähren konnten. Die Gewässer wurden von vielen Fischenden gemeinsam genutzt
und gehörten niemandem. Die Fischenden wussten, wie und wie viel gefischt werden
konnte, damit die Fische genug Zeit hatten, sich wieder zu vermehren und
damit der Lebensraum geschützt wurde. Sie mussten ihren Fang beschränken, damit
die Gewässer und Arten sicher waren und auch in Zukunft genutzt werden
könnten. Als ein Fischer anfing mehr Fische zu fischen, richtete das keinen
größeren Schaden an, doch sein Ertrag stieg dadurch. Allerdings kamen noch
mehr auf diese Idee und bald fischten alle, die in diesem Gewässer waren mehr
Fische als eigentlich gut gewesen wäre. Als bemerkt wurde, dass der Lebensraum
litt und die Fischbestände zurück gingen, begannen manche ihre Erträge wieder
zu reduzieren. So lange aber nicht alle das Gleiche taten und dem Lebensraum
Zeit gaben sich zu erholen, änderte sich nichts. Es war ein doppelter
Verzicht, wenn die einen selbst weniger fischten und die anderen gleichzeitig
ihren Fang nicht ebenfalls einschränkten. Die größte Sorge der Fischenden
war die Überfischung und doch wurde immer weiter viel zu viel gefischt. Der
gute Preis hatte zur gleichen Zeit die Nachfrage gesteigert. Das Geschäft der
Fischenden lief gut, durch neue Fangmethoden und effizientere Arbeit konnte
der Ertrag maximiert werden. Da der Verkaufsdruck stieg, wurden auch kleinere
Fische gefangen und weniger Rücksicht auf andere Lebewesen des Gewässers genommen.
Irgendwann war das Gewässer so überfischt, dass kaum noch Fische im Wasser lebten und das Geschäft mit den Fischen starb aus.
Frei nach der Tragik der Allmende.